Kreative Selbstfürsorge - Impulse aus der Kunsttherapie
- 24. Juni 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Mai

Was bedeutet Selbstfürsorge?
Selbstfürsorge ist inzwischen ein beliebter Begriff, den man heute überall liest. Das Wort ist relativ selbsterklärend: Selbst-fürsorge heißt, mit mir selbst fürsorglich umzugehen.
Im Kern bedeutet Selbstfürsorge, bewusst Verantwortung für das eigene körperliche, seelische und geistige Wohlbefinden zu übernehmen. Sie umfasst alle Aktivitäten, die dazu beitragen, die eigene Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern. Von gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung über Entspannung, bis hin zu kreativen Tätigkeiten. Selbstfürsorge ist ein zentrales Element für ein ausgeglichenes und gesundes Leben.
Wozu ist Selbstfürsorge gut und warum ist sie wichtig?
Selbstfürsorge hilft dabei, das seelische Gleichgewicht zu bewahren. Durch selbstfürsorgliche Tätigkeiten kann Stress abgebaut und die eigenen Ressourcen gestärkt werden. Sie ist wichtig, weil sie uns befähigt, mit den Herausforderungen des Alltags besser umzugehen und psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Auch wenn früher weniger über Selbstfürsorge gesprochen wurde, sind die Anforderungen und Belastungen im Leben gestiegen. Umso wichtiger ist es, sich aktiv um sich selbst zu kümmern.
Gesundheit bewusst fördern
Das Prinzip der "Salutogenese" beschäftigt sich mit der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit. Es geht darum, nicht nur Krankheiten zu vermeiden, sondern aktiv die Faktoren zu stärken, die das Wohlbefinden fördern, wie Sinnhaftigkeit, Kohärenzgefühl und die Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Präventive Selbstfürsorge ist ein Schlüssel, um die eigene Gesundheit langfristig zu erhalten. (vgl. Faltermaier, 2023)
Das Bild vom Fass
Stellen wir uns die psychische Belastungsgrenze wie ein Fass vor: Jeder Mensch hat ein unterschiedlich großes Fass(ungsvermögen), abhängig von seiner individuellen Vulnerabilität (Verwundbarkeit). Stress, Sorgen und Anforderungen füllen das Fass. Ist das Fass voll, droht es überzulaufen und das Risiko für psychische Krisen steigt. Selbstfürsorge wirkt wie ein Wasserhahn: Sie hilft, das Fass regelmäßig zu entleeren, indem "Druck ablassen", also Stress abbauen und Ressourcen aktivieren.
Bei dem hier beschriebenen Bild vom Fass handelt es sich um das Vulnerabilitäts-Stress-Modell. (vgl. DocCheck Flexikon, o.J.)
Selbstfürsorge als Wasserhahn: Ressourcen aktivieren
Ressourcen sind positive Faktoren im Leben, die wie ein Schutzwall wirken und uns psychisch belastbarer machen.
Es gibt äußere Ressourcen, wie beispielsweise ein stabiles soziales Netzwerk, Familie, Zuhause, Hobbys, Vereine, Finanzen, professionelle Hilfe.
Innere Ressourcen sind persönliche Stärken und Fähigkeiten, wie Selbstwert, Optimismus, Kreativität, Willenskraft, Spontanität, Achtsamkeit, Sinngefühl / Glaube.
Durch unsere Ressourcen finden wir einen Zugang zu uns selbst. Wir holen uns aus dem Überlebensmodus und kommen bei uns selbst an. Dadurch entsteht eine gute Basis, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Kreative Tätigkeiten sind dabei ein besonders wirksames Ventil. Beim Gestalten spiegeln wir unseren inneren Zustand nach außen, sodass er greifbar werden kann. Kreatives Arbeiten ermöglicht uns, innere Anspannung nach außen zu bringen, anstatt sie in sich hineinzufressen. Dadurch kann sich der Gestaltende regulieren und wieder als handlungsfähig erleben.
Kunsttherapie: Ein Raum für kreative Selbstfürsorge
Kunsttherapie bietet einen geschützten Rahmen, in dem Menschen sich kreativ ausdrücken, neue Seiten an sich entdecken und ihre Ressourcen stärken können. Im Atelier widmen sich die Anwesenden jeweils ihren individuellen Arbeiten. In der gemeinsamen kreativen Atmosphäre entstehen Inspiration, Austausch und die Möglichkeit, neue Ideen zu entwickeln – hin und wieder wachsen daraus sogar gemeinsame Projekte.
Bei der kreativen Selbstfürsorge geht es darum, rechtzeitig und präventiv zu handeln: Nicht erst warten, bis die Erschöpfung schon da ist, sondern kreatives Arbeiten gezielt zum Auftanken nutzen. Der kreative Prozess eröffnet einen Zugang zu Entspannung und innerer Gelassenheit, indem er es ermöglicht, zur Ruhe zu kommen und den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Bewusst langsam mit dem Pinsel arbeiten, Bewegungen machen, die gut tun, auf die Atmung achten – oder mit geschlossenen Augen ein Stück Ton streicheln. So entstehen Wohlfühlbilder und -Objekte, die helfen, sich im Moment zu verankern.
Der innere Garten: Selbstfürsorge als Gartenarbeit
Ich vergleiche Selbstfürsorge immer wieder gerne mit Gartenarbeit, denn beide brauchen Aufmerksamkeit, Geduld und Pflege.
Stell dir vor, du bist der GärtnerIn deines eigenen inneren Gartens.
Liebevoll, sanft und regelmäßig kümmerst du dich um deine Seele.
Wässern: Sich selbst Gutes tun, sich nähren und für Erholung sorgen.
Pflegen: Achtsam mit sich umgehen, auf Warnsignale achten.
Düngen: Neue Impulse aufnehmen, sich weiterentwickeln.
Unkraut entfernen: Belastende Gedanken oder Gewohnheiten loslassen.
Umtopfen: Veränderungen zulassen, neue Perspektiven einnehmen.
Säen und neu pflanzen: Wünsche und Ziele formulieren, Neues wagen.
So wächst und gedeiht der innere Garten – und stärkt die seelische Gesundheit.
Kreative Übung für Zuhause: Welche Pflanze bin ich?
Gestalte ein Bild oder eine Collage: Welche Pflanze bin ich? Überlege:
Wie sieht meine Pflanze aus?
Was braucht sie, um gut zu wachsen? (Licht, Wasser, Nährstoffe, Umgebung)
Was tut ihr gut, was schadet ihr?
Wie kann ich als GärtnerIn für meine Pflanze sorgen?
Durch diese Übung werden eigene Bedürfnisse erkennbar. Sie unterstützt einen respektvollen und achtsamen Umgang mit sich selbst und motiviert, regelmäßig für das eigene Wohlbefinden zu sorgen.
Selbstfürsorge ist kein „nice to have“, sondern eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Lebensfreude. Kunsttherapie kann dabei ein wertvoller Begleiter sein, um kreative Ressourcen zu aktivieren und den eigenen inneren Garten zu pflegen.
In meiner Selbsterfahrungsgruppe "Kreative Selbstfürsorge" stehen Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge im Mittelpunkt. Ziel der Gruppe ist es, durch Selbstreflexion und persönliche Entwicklung neue Wege zu finden, sich selbst besser zu verstehen. Es geht dabei nicht um die Behandlung von Krankheiten, sondern um einen geschützten Raum zur Stärkung der eigenen Selbstfürsorge. Diese Gruppe bietet eine gute Möglichkeit, die Kunsttherapie und meine Arbeitsweise kennenzulernen.
Kreative Selbstfürsorgegruppe
Einmalige Teilnahme ist möglich
Wechselnde Teilnehmende
Max. 4 Teilnehmende
1x im Monat
120 Minuten
49€ pro Termin
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Quellen:
DocCheck Flexikon. (o. J.). Vulnerabilitäts-Stress-Modell. https://flexikon.doccheck.com/de/Vulnerabilitäts-Stress-Modell
Faltermaier, T. (2023). Salutogenese. In Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.), Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. DOI: 10.17623/BZGA:Q4-i104-3.0xx





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